Aktualisiert:
18.03.2026

Heizkörper entlüften: Schritt für Schritt

Du solltest deine Heizung entlüften, wenn der Heizkörper oben kalt bleibt, ungewöhnliche Geräusche macht oder nicht mehr so heizt wie früher. Schalte dazu die Heizung aus, öffne das Entlüftungsventil mit dem Entlüftungsschlüssel vorsichtig, bis das Zischen aufhört und gleichmäßig etwas Wasser austritt. Schließe das Ventil wieder und prüfe den Druck an der Heizanlage erneut. In diesem Artikel erfährst du alles rund ums Thema „Heizkörper entlüften” und erhältst eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Lesedauer:
8 Min.
Inhaltsverzeichnis:

Heizung entlüften spart Energie

Deine Heizkörper zu entlüften, ist zwar nur ein kleiner Handgriff, hat aber eine große Wirkung. Denn wenn sich Luft im Heizkörper befindet, muss deine Heizanlage deutlich mehr arbeiten, um die Räume auf Temperatur zu bringen. Die Energie verpufft buchstäblich. Eine ordentlich gewartete Heizung läuft einfach effizienter. In Kombination mit einer smarten Steuerung lässt sich übrigens noch mehr Effizienz herausholen – dazu später mehr.

Was passiert beim Entlüften eigentlich?

Heizkörper geben Wärme über Strahlung und Konvektion ab. Mit der Zeit kann sich allerdings Luft im Heizsystem sammeln: Sie steigt nach oben und sammelt sich in den Heizkörpern. Besonders betroffen sind Anlagen mit langen Leitungswegen oder Heizkörpern, die weit von der Therme entfernt sind. Die Folge sind Gluckergeräusche, kalte Stellen und eine schlechte Heizleistung.

Das kommt dir sicherlich bekannt vor. Im schlimmsten Fall kann die eingeschlossene Luft sogar Korrosion in den Rohren verursachen. Wenn dein Heizkörper seine Solltemperatur trotz korrekter Einstellung am Thermostat oder in der tado° App immer wieder verfehlt, ist Luft im System oft der Grund. Bei geschlossenen Heizungsanlagen passiert das leider regelmäßig. Aber keine Sorge – das kannst du ganz einfach selbst beheben.

Wann sollte man seine Heizung entlüften?

Wenn etwas nicht stimmt und das Entlüften notwendig wird, merkst du das normalerweise selbst – direkt am Heizkörper.

Diese Anzeichen sprechen für eine Entlüftung

  • Oben kalt, unten warm: Das häufigste Anzeichen, dass sich Luft oben im Heizkörper festgesetzt hat. Das Wasser kommt nicht mehr bis oben hin durch.
  • Gluckern, Blubbern, Klopfen: Wenn die Heizung läuft und du solche Geräusche hören kannst, ist Luft im Umlauf.
  • Ein Heizkörper hinkt hinterher: Alle anderen Heizkörper heizen normal, aber einer braucht ewig oder bleibt einfach kalt.
  • Kalte Flecken auf der Oberfläche: Du spürst deutliche Kältestellen (oft oben oder seitlich), obwohl die Heizung schon eine Weile läuft.

Heizkörper oben heiß, unten kalt?

Das ist meistens kein Luftproblem. Oft ist dies ein Anzeichen dafür, dass sich Ablagerungen (Korrosion) im Heizkörper gebildet haben. Dieses Problem lässt sich dann nicht durch Entlüften beheben. In der Regel hilft dann nur eine professionelle Spülung der Anlage.

Einmal im Jahr vorsorglich entlüften

Idealerweise entlüftest du nicht erst, wenn dir Probleme mit den Heizkörpern auffallen – sondern vorbeugend. Es bietet sich an, dies einmal im Jahr, idealerweise vor dem Start der Heizsaison, zu tun. Das kannst du dir einfach als festen Termin im Kalender eintragen, der sich jährlich wiederholt. Einmal pro Jahr gehst du dann die Heizkörper der Reihe nach durch.

Das brauchst du, um einen Heizkörper zu entlüften

  • Entlüftungsschlüssel: Gibt es in jedem Baumarkt für ein paar Euro. Bei manchen neueren Heizkörper funktioniert das auch mit einem einfachen Schlitzschraubenzieher.
  • Altes Tuch oder Handtuch: Das Wasser aus dem Heizkörper ist oft dunkel gefärbt, durch Rost und Ablagerungen. Leg dir ein altes Tuch parat, um deinen Boden zu schützen.
  • Kleines Gefäß: Zum Auffangen von Wasser, das aus dem Ventil austreten kann.
  • Handschuhe: Sicher ist sicher! Wenn der Heizkörper noch warm ist, können Schlüssel und Ventil heiß werden
Radiator bleed key
Entlüftungsschlüssel

Schritt für Schritt:
So entlüftest du deine Heizkörper

Schritt 1: Heizung einschalten und Heizkörper ertasten

Dreh die Heizung auf und lass das System zunächst Druck aufbauen. Dann gehst du einmal durch alle Räume und fühlst jeden Heizkörper von oben nach unten ab. Wo ist es oben kalt? Wo gluckert es?

tado° Tipp

Mit Smarten Heizkörper-Thermostaten von tado° kannst du per Quick Actions in der App alle Räume auf einmal einschalten. So musst du nicht durch jedes Zimmer gehen.

Schritt 2: Heizkörper mit Bedarf identifizieren

Oben kalt, ungewöhnliche Geräusche, träge beim Aufheizen – das sind die Heizkörper, die du entlüften solltest. In der tado° App siehst du übrigens direkt, welche Smarten Heizkörper-Thermostate ihre Zieltemperatur regelmäßig nicht erreichen. Auch das kann auf Luft im System hindeuten.

Schritt 3: Heizung ausschalten

Bevor du anfängst: Heizung aus. Das ist unbedingt notwendig. Das Wasser im Heizkörper ist heiß, und die Umwälzpumpe kann beim Entlüften zusätzliche Luft ins System ziehen. Lass den Heizkörper kurz abkühlen – leicht warm darf er schon sein, aber nicht mehr heiß.

tado° Tipp

Alle Thermostate auf einmal abschalten? Wenn du tado° Smarte Heizkörper-Thermostate benutzt, geht das ganz einfach über die App.

Schritt 4: Bereich vorbereiten

Leg ein altes Handtuch auf den Boden unter dem Entlüftungsventil. Halte ein Tuch oder ein Gefäß direkt darunter. Das Wasser kann aufgrund von Korrosion dunkel gefärbt sein.

Schritt 5: Entlüftungsventil öffnen

Das Entlüftungsventil sitzt oben seitlich am Heizkörper – erkennbar am kleinen viereckigen Nippel in einer runden Öffnung. Das kann je nach Heizkörper etwas anders aussehen.

Entlüftungsschlüssel ansetzen und langsam gegen den Uhrzeigersinn drehen. Du solltest direkt ein leichtes Zischen hören – das ist die Luft, die jetzt aus dem System entweicht. Eine Viertel- bis halbe Umdrehung reicht in der Regel. Das Ventil nie ganz aufdrehen, sonst schießt Wasser heraus! Halte am Besten etwas Abstand, denn die Luft kann heiß sein.

Schritt 6: Warten, bis nur noch Wasser kommt

Halte den Schlüssel in dieser Position und warte etwas. Das Zischen hört auf, sobald die Luft draußen ist. Wenn gleichmäßig Wasser tropft oder leicht fließt, ist der Heizkörper ausreichend entlüftet.

Dann das Ventil mit dem Schlüssel im Uhrzeigersinn wieder zudrehen. Fest, aber nicht mit aller Kraft.

Schritt 7: Alle weiteren Heizkörper entlüften

Den ganzen Vorgang für jeden Heizkörper wiederholen, der entlüftet werden muss. Bei einem mehrstöckigen Haus übrigens am besten von unten nach oben – da Luft nach oben steigt, macht diese Reihenfolge am meisten Sinn. Im Zweifel: Die Empfehlung deines Installateurs befolgen.

Schritt 8: Druck prüfen und bei Bedarf nachfüllen

Nach dem Entlüften wirst du am besten einen Blick auf das Manometer deiner Heizung – sofern dieses zugänglich ist. Beim Entlüften geht immer etwas Wasser verloren – das senkt den Druck. Zu niedriger Druck bedeutet: die oberen Etagen werden nicht mehr richtig warm, im schlimmsten Fall schaltet sich die Anlage ab.

Der Zeiger sollte im grünen Bereich liegen – bei einem typischen Einfamilienhaus im kalten Zustand ungefähr bei 1,0 bis 1,5 bar. Falls du Wasser nachfüllen musst, befolge die Bedienungsanleitung deiner Heizanlage.

Heizung entlüften ohne Schlüssel – geht das?

Ja, oft geht das schon. Entlüftungsventile sind nicht bei jedem Heizkörper gleich. Manche brauchen den klassischen Vierkant Steckschlüssel, andere haben einen Schlitz für den Schraubenzieher oder eine Inbus-Aufnahme.

Schlüssel verlegt oder verloren?

  • Neuen Entlüftungsschlüssel im Baumarkt kaufen – kostet meist unter zwei Euro.
  • Bei neueren Heizkörpern mit Schlitzventil einfach den Schlitzschraubenzieher nehmen.
  • Bei älteren Modellen mit Vierkant-Nippel kann ein passender Schraubenschlüssel funktionieren – falls vom Hersteller so vorgesehen.

Manuell oder smart: Was der Unterschied ist

Smarter Steuerung kann das Entlüften deutlich entspannter machen. Probleme früher erkennen, gezielter testen, die Anlage dauerhaft im Blick behalten.

Aspekt Ohne smarte Steuerung Mit tado°
Heizung ein-/ausschalten Thermostat oder Heizanlage für jeden Testlauf manuell anpassen Per Quick Actions in der tado° App alle Heizkörper mit einem Klick steuern
Heizkörper mit Störung identifizieren Raum für Raum ablaufen, auf Gefühl und Gehör verlassen In der App direkt sehen, welche Räume ihre Zieltemperatur regelmäßig verfehlen
Test nach dem Entlüften Jeden Thermostat manuell zurückstellen, dann abwarten emperaturen raumweise einstellen und das Ergebnis bequem per App beobachten
Laufende Kontrolle Gelegentliche manuelle Kontrolle – meistens erst, wenn Problem auftritt Care and Protect (Teil von tado° AI Assist) überwacht die Anlage automatisch und meldet sich bei ungewöhnlichem Verhalten – inklusive konkreter Anweisungen/td>

Die passenden tado° Geräte für deine Heizkörper findest du hier →

Deine Heizung dauerhaft fit halten

Entlüften ist ein zentraler Teil der Wartung – aber es gibt noch weitere Dinge, die du tun kannst, um deine Heizung lange fit zu halten.

  • Druck monatlich kontrollieren: Zu niedriger Druck macht sich vor allem in den oberen Stockwerken bemerkbar. In der Bedienungsanleitung deiner Heizanlage findest du eine Anleitung, wie du das System wieder auffüllen kannst.
  • Raumtemperaturen im Blick behalten: Wenn ein Raum dauerhaft nicht warm wird, steckt manchmal mehr dahinter – Ablagerungen im Heizkörper oder ein klemmendes Ventil können der Grund sein.
  • Jährliche Heizungswartung einplanen: Ein Fachbetrieb erkennt Probleme und behebt sie, bevor sie richtig teuer werden.

FAQs

Wie oft muss ich meine Heizung entlüften?

Es empfiehlt sich, die Heizung einmal im Jahr, am besten vor der Heizsaison zu entlüften. Außerdem immer dann, wenn du kalte Stellen oder Gluckergeräusche am Heizkörper bemerkst. Musst du sehr häufig entlüften oder Wasser nachfüllen, liegt möglicherweise ein Leck vor – dann sollte ein Fachbetrieb nachschauen.

Kann ich meine Heizung entlüften, wenn sie an ist=

Nein. Immer erst ausschalten und kurz abkühlen lassen. Das Wasser ist sonst zu heiß, und die Pumpe kann weitere Luft ins System ziehen. Mit tado° schaltest du alle Geräte per App auf einmal ab – dann direkt loslegen.

Wie kommt Luft in den Heizkörper?

Das kann viele Gründe haben. Zum Beispiel durch das Nachfüllen von Wasser, bei Wartungsarbeiten, durch winzige undichte Stellen oder durch Gase, die bei der Korrosion im Inneren der Rohre entstehen. Die Luft steigt nach oben und sammelt sich an den höchsten Punkten des Systems – also in den Heizkörpern.

Was, wenn der Heizkörper nach dem Entlüften immer noch nicht richtig heizt?

Erst prüfen, ob beide Ventile am Heizkörper offen sind und der Betriebsdruck stimmt. Bleibt der Heizkörper trotzdem unten kalt oder ungleichmäßig warm, sind Ablagerungen oder ein klemmendes Ventil oft der Grund. In diesem Fall hilft am besten ein Fachbetrieb – entweder Spülung der Anlage oder Austausch einzelner Teile.