Aktualisiert:
06.10.2026

Gaspreise steigen, Gasspeicher halb leer: Was heißt das für dich?

Die europäischen Gasspeicher waren Ende September 2026 nur noch rund 71 % gefüllt, so wenig wie seit mindestens fünf Jahren nicht mehr zu dieser Zeit. In Deutschland waren sie am 1. Oktober sogar nur zu 57,9 % voll. Der Großhandelspreis für Gas lag Anfang September auf dem höchsten Stand seit Ende 2022. Das wirkt sich auch auf deine Heizkosten aus.

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Person dreht den Heizkörper herunter, mit Geldscheinen in der anderen Hand.
Inhaltsverzeichnis:
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Wie voll sind die Gasspeicher in Europa und Deutschland?

Die europäischen Gasspeicher waren in der vierten Septemberwoche 2026 zu rund 71 % gefüllt. Speicherbetreiber melden ihre Füllstände täglich an AGSI+, die Plattform von Gas Infrastructure Europe.

Zum gleichen Zeitpunkt in den Vorjahren sah das so aus:

Jahr EU-Gasspeicher-Füllstand, Ende September
2022 87,4 %
2023 95,0 %
2024 93,7 %
2025 81,1 %
2026 70,9 %
Quelle: Gas Infrastructure Europe, AGSI+. EU-Gesamtfüllstand als Anteil der Arbeitsgaskapazität.

In Deutschland ist die Lücke sogar noch größer. Am 1. Oktober lagen 143,4 Terawattstunden Erdgas in den deutschen Speichern, ein Füllstand von 57,9 %. Das ist laut Bundesnetzagentur deutlich weniger als zum gleichen Zeitpunkt der Vorjahre. Die meisten Speicher sollen nach den geänderten Vorgaben bis zum 1. November 80 % erreichen.

Tagesaktuelle Werte hierzu veröffentlicht übrigens die Bundesnetzagentur auf ihrer Seite zur Gasversorgung.

Droht ein Gasmangel?

Laut Bundesnetzagentur ist die Versorgung gesichert. Auf einer Energiekonferenz am 1. Oktober sagte Behördenchef Klaus Müller, Deutschland komme mit den aktuellen Speicherständen durch einen normalen Winter. Die Reserven wären am Ende jedoch niedrig, berichtet die WirtschaftsWoche. Am 30. September hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche außerdem angewiesen, bis zum 15. Dezember zusätzliches Gas zu beschaffen und einzuspeichern. Ein sehr kalter Winter oder neue Lieferausfälle könnten die Lage aber deutlich enger machen.

Rohrleitungen einer Erdgasanlage unter blauem Himmel, Symbolbild für steigende Gaspreise in Europa

Warum steigen die Gaspreise gerade wieder?

Der Gaspreis im europäischen Großhandel richtet sich nach dem TTF, dem Handelspunkt in den Niederlanden. Vor dem Krieg zwischen den USA und dem Iran kostete eine Megawattstunde dort rund 30 Euro. Anfang September stieg der Preis zeitweise über 80 Euro, den höchsten Stand seit Ende 2022.

Mehrere Faktoren treiben den Gaspreis in die Höhe:

  • LNG-Lieferungen: Der Konflikt rund um die Straße von Hormus stört Lieferungen von Flüssigerdgas aus dem Persischen Golf. Normalerweise läuft rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels durch die Meerenge.
  • Niedrige Speicher: Weil Gas im Sommer teuer war, haben Händler weniger eingespeichert. Jetzt muss vor dem Winter unter Zeitdruck nachgekauft werden.
  • Konkurrenz um Ladungen: Von März bis Juni 2026 zahlten Käufer in Asien mehr als in Europa. Dadurch wurden flexible LNG-Ladungen nach Asien umgeleitet.
  • Wetter: Ein kalter Winter erhöht die Nachfrage und leert die Speicher schneller.

Wann zeigen sich höhere Gaspreise auf der Heizkostenabrechnung?

Du merkst höhere Gaspreise erst, wenn dein Versorger seinen Tarif anhebt. Das muss er dir spätestens einen Monat vorher mitteilen, und du hast dann ein Sonderkündigungsrecht. Eine Preisgarantie in deinem Vertrag kann eine Erhöhung bis zu ihrem Ende ausschließen. Wie schnell Versorger nachziehen, ist unterschiedlich: In Deutschland kann es fast ein Jahr dauern, bis höhere Großhandelspreise bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ihren Höchststand erreichen.

Wie viele Haushalte heizen noch mit Gas?

In Deutschland heizt mehr als die Hälfte aller Wohnungen mit Gas: 56,1 % von 43,8 Millionen Wohnungen. Danach folgen Heizöl, Fernwärme und Wärmepumpen.

Auch EU-weit ist Gas nach wie vor der größte Energieträger in Privathaushalten. 2024 deckte Erdgas 29,4 % des Energieverbrauchs von Haushalten. In den Niederlanden liegt der Anteil sogar bei 61,0 %, in Italien bei 49,2 %.

Wenn du mit Gas heizt, ist der größte Hebel, um Heizkosten zu sparen, deinen eigenen Verbrauch zu senken.

Wie viel bringt ein Grad weniger beim Heizen?

Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizenergieverbrauch um rund 7 %. 

Deutsche Haushalte heizen im Schnitt auf 19 °C, die WHO empfiehlt für gesunde Erwachsene 18 °C. Das zusätzliche Grad kostet einen Haushalt rund 85 Euro pro Winter. Ein 70-Quadratmeter-Haushalt mit Gasheizung zahlte 2025 etwa 1.180 Euro fürs Heizen, 15 % mehr als im Vorjahr.

Hand turning down a radiator thermostat valve to save on heating bills in winter

5 Wege, Heizkosten zu sparen, ohne zu frieren

  1. Heize nur die Räume, die du nutzt. Gästezimmer oder Arbeitszimmer, das die halbe Woche leer steht, brauchen keine 20 °C. Halte sie aber tagsüber auf mindestens 16 bis 18 °C, sonst droht Schimmel.
  2. Dreh die Heizung runter, wenn niemand zu Hause ist. Ganz ausschalten solltest du sie aber nicht.
  3. Passe die Temperatur je Raum optimal an. Im Schlafzimmer reichen vielen Menschen 17 bis 18 °C, im Wohnzimmer darf es wärmer sein.
  4. Stoßlüften statt Kippen. Öffne die Fenster mehrmals am Tag ganz, im Winter reichen 5 bis 10 Minuten Stoßlüften. Dreh die Heizung dabei runter.
tado° Tipp

Entlüfte deine Heizkörper vor der Heizperiode. Bleibt ein Heizkörper oben kalt, steckt meist Luft drin, und die Heizung arbeitet länger für dieselbe Wärme. Wenn einzelne Räume trotzdem ungleich warm werden, lohnt sich ein hydraulischer Abgleich.

Kann ein smartes Thermostat die Gasrechnung senken?

Ja. Ein smartes Thermostat steuert deine Heizung automatisch, damit sie nur heizt, wann und wo du Wärme brauchst. Dank intelligenter Automatisierungen verbrauchst du weniger Energie, ohne auf Komfort zu verzichten.

Smarte Thermostate wie tado° kannst du ganz einfach nachrüsten. Unsere Nutzer sparen im Schnitt 22 % Heizkosten. Wie viel du konkret sparen kannst, hängt von deinem Zuhause, deiner Heizung und deinen Gewohnheiten ab.

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Smartphone mit der Ersparnis-Übersicht der tado° App, die eingesparte Heizstunden pro Funktion zeigt

FAQs

Wie hoch ist der Gasspeicher-Füllstand aktuell?

Ende September 2026 waren die EU-Gasspeicher laut Gas Infrastructure Europe zu rund 71 % gefüllt. Die deutschen Speicher lagen laut Bundesnetzagentur am 1. Oktober bei 57,9 %. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren: Ende September 2023 lag der EU-Wert bei 95 %. Tagesaktuelle Werte findest du auf AGSI+ und bei der Bundesnetzagentur.

Warum sind die Gaspreise 2026 so hoch?

Der europäische Großhandelspreis TTF lag vor dem Krieg zwischen den USA und dem Iran bei rund 30 Euro je Megawattstunde und stieg Anfang September 2026 zeitweise über 80 Euro, den höchsten Stand seit Ende 2022. Gründe sind gestörte LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf, niedrige Speicherstände und Konkurrenz mit Asien um Flüssigerdgas.

Steigen meine Heizkosten diesen Winter?

Das hängt von deinem Vertrag ab. In Deutschland dauert es laut Oxford Economics fast ein Jahr, bis Großhandelspreise voll bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen. Mit Preisgarantie spürst du den Anstieg später, mit variablem Tarif früher. Sicher senken kannst du deine Kosten nur über den Verbrauch.

Wie kann ich Heizkosten sparen, ohne zu frieren?

Die meiste Ersparnis kommt von Wärme, die niemand nutzt. Heize nur belegte Räume, senk die Temperatur bei leerer Wohnung und halte das Schlafzimmer etwas kühler als das Wohnzimmer. Laut der Europäischen Kommission senkt jedes Grad weniger den Heizenergieverbrauch um rund 7 %.